HSV Apolda – LSV Ziegelheim 37:34 (16:20)
Die Ziegelheimer Handballer haben am Samstagabend beim Spitzenreiter in Apolda die wohl größte Sensation der bisherigen Saison nur um vier Minuten verpasst. Die Männer um Trainer Torsten Urwank machten vielleicht ihr bestes Spiel in dieser Spielzeit, führten bis zur 56. Minute über die gesamte Spielzeit, um am Ende dennoch mit leeren Hände dazustehen. Zum Ende der Partie fehlte den Gästen die Cleverness und auch die Kraft, nachdem man vorher aufopferungsvoll gekämpft hatte und in der gesamten Halle wohl keiner wusste, wer der Tabellenführer ist und welche Mannschaft dringend noch Punkte für den Klassenerhalt braucht. Und obwohl am Ende vor allem die Köpfe beim LSV verständlicherweise hingen, schwang kurze Zeit später vor allem Stolz auf die gezeigte Leistung mit.
Die Partie begann mit einem Treffer von Collin Köblitz zum 0:1. Und diese Führung sollte der LSV bis zur 56. Minute nicht mehr hergeben. Der LSV spielte befreit auf und konnte seine Führung durch Collin Köblitz und David Heinig auf 2:5 ausbauen. Der Tabellenführer zeigte sich vor allem nervös in den ersten Minuten der Partie, konnte durch seine individuelle Klasse aber auf 4:5 verkürzen. Doch weiterhin war der LSV tonangebend, kam immer wieder über Ballgewinne ins Konterspiel und war dann stark im Abschluss. Lohn dafür war die 9:12 Führung durch Norik Thieme. Und während der LSV vor allem im Gefüge agierte, verstrickten sich die Gastgeber immer wieder in Einzelaktionen oder scheiterten an Kevin Bauer im LSV – Tor. Hinzu kam, dass der LSV sowohl vom Kreis über Lukas Zeise, aus dem Rückraum und auch über die Außenpositionen mit Norik Thieme und Marvin Pörsel erfolgreich war. Auch Max Harles zeigte sich abschlussstrak vom 7m – Strich und sorgte für die erstmalige 4 – Tore – Führung (14:18). Mit dem Halbzeitpfiff sorgte erneut Norik Thieme für den 16:20 Stand zur Pause. Was für eine Halbzeit des LSV!
Wer dachte zum Beginn des zweiten Durchgangs kam der HSV besser ins Spiel, sah sich getäuscht, denn weiter rieben sich alle Zuschauer in der Halle verwundert die Augen. Über Max Harles, Lukas Zeise und David Heinig baute der LSV den Vorsprung sogar auf 17:23 aus. Eines wurden die Hausherren aber nicht und das war nervös. Weiter spielten sie ihren Stiefel herunter und blieben damit zumindest in Schlagdistanz. Beim LSV schlichen sich jetzt langsam aber sicher auch kleine Fehler ein und der Kraftverschleiß machte sich bemerkbar. So waren die Apoldaer nach 45 Minuten endgültig zurück in der Partie (27:29). David Heinig übernahm nun immer wieder die Verantwortung und setzte seine Nebenleute ein oder war selbst erfolgreich. Durch einen unglaublichen Kampf, konnte der LSV sich wieder auf 28:32 absetzen. Doch eine erneute Überzahlsituation sollte eher den Hausherren in die Hände spielen und sieben Minuten vor dem Ende war man dem LSV so nah wie fast noch nie in der Partie (31:32). David Heinig antwortete jedoch sofort mit dem 31:33. Noch einmal Auszeit für den HSV. Der LSV leistete sich anschließend viel zu einfache Fehler und innerhalb von einer Minute konterte der HSV die Gäste aus und übernahm erstmals im ganzen Spiel die Führung (34:33). Der LSV war gebrochen, da half auch der letzte Treffer von David Heinig nichts mehr.
Etwas Zählbares hatte der LSV an diesem Tag auf jeden Fall verdient. Doch am Ende geht ein Spiel 60 Minuten. Eins steht aber auf jeden Fall fest. Mit dieser Leistung und dieser Mannschaft muss man sich in der Liga vor keinem Gegner verstecken. Auch nicht gegen den Zweiten und Dritten der Tabelle. Denn in den nächsten Spielen heißen die Gegner HSG Werratal und HSG Suhl.
Nico Stötzner
LSV: Bauer, Schwarzenberg; Harles (6/4), D.Heinig (11), Köblitz (5), A.Heinig, Moritz, Zeise (5), Winter, Junge, Thieme (5), Pörsel (2), M.Krause