Spielbericht Frauen – Saisonauftakt in Saalfeld
Starker Auftakt, schwierige zweite Halbzeit und am Ende ein Punkt:
Zum Saisonauftakt gastierten unsere Frauen in Saalfeld. Die Mannschaft erwischte einen sehr guten Start und fand schnell in die Partie. Bereits in den ersten Minuten konnten die Angriffe konsequent ausgespielt werden. Lena Kipping, auf der Rechtsaußenposition, wurde dabei mehrfach gut in Szene gesetzt und nutzte die sich bietenden Chancen souverän zu zwei frühen Treffern. Nach einer gelungenen Anfangsphase verlor man jedoch zunehmend den Zugriff auf das Angriffsspiel. Durch zahlreiche Kreuzbewegungen und wiederkehrende Doppelpassaktionen fehlte es an der notwendigen Dynamik und Klarheit. Die gegnerische Abwehr wurde dadurch nur unzureichend in Bewegung gebracht, sodass wir nur selten klare Abschlussmöglichkeiten herausspielen konnten. Auch defensiv fehlte es phasenweise an der nötigen Abstimmung. Vor allem das Zusammenspiel der Saalfelderinnen mit ihrer Kreisläuferin bekamen die LSV-Frauen zunächst nicht ausreichend unter Kontrolle. Durch fehlende Aufmerksamkeit und teilweise zu passive Abwehrarbeit mussten einige vermeidbare Gegentore hingenommen werden. Nach etwa 15 Minuten reagierte das Trainerteam mit einer Auszeit. In der Defensive wurde auf eine 4:2-Formation umgestellt, während im Angriff mit zwei Kreisläuferinnen agiert wurde. Diese Umstellung zeigte schnell Wirkung. Durch mehr Platz in der gegnerischen Defensive konnte man nun konsequenter die Außenspielerinnen sowie die Rückraumspielerinnen in Szene setzen.
In der Folge fanden die Frauen aus dem Wieratal wieder zunehmend in ihr gewohntes Spiel zurück. Die Angriffe wurden geduldiger und zielgerichteter vorgetragen, wodurch immer wieder Lücken in der gegnerischen Defensive erzeugt werden konnten. Bis zur Halbzeit entwickelte sich das fortan ausgeglichene Spiel deutlich stabiler und souveräner. Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Mit dem klaren Ziel, an die starke Schlussphase der ersten Halbzeit anzuknüpfen, ging es in den zweiten Durchgang. Leider gelang es den LSV-Frauen zunächst nicht, die zuvor gefundene Stabilität aufrechtzuerhalten. Im Angriff fehlte es erneut an Bewegung und Konsequenz. Gleichzeitig verlor man in der Abwehr phasenweise den Zugriff auf die Gegenspielerinnen. Die Saalfelderinnen nutzten die Schwächephase konsequent aus und erzielten mehrere Treffer in Folge. Aus einer zwischenzeitlichen 18:15-Führung wurde innerhalb weniger Minuten ein 18:22-Rückstand. Über einen Zeitraum von etwa zehn Minuten fehlte es sowohl offensiv als auch defensiv an der notwendigen Konsequenz und Konzentration. Zusätzlich erschwerten zahlreiche technische Fehler das Spiel. Statt geduldig nach Lösungen zu suchen, agierte der LSV teilweise zu hektisch und versuchte, mit langen Pässen oder überhasteten Gegenstößen schnelle Lösungen zu erzwingen. Auch die Chancenverwertung blieb hinter den eigentlichen Möglichkeiten zurück. Mehrere freie Würfe konnten nicht genutzt werden. Durch eine stabilisierte Defensive hielt sich der LSV auf Tuchfühlung. Mit Alina Hohlfeld und Luisa Dietrich im Abwehrzentrum gewann man zunehmend an Kompaktheit und konnte den Zugriff auf die gegnerischen Angreiferinnen wiederherstellen. Dadurch gelang es, sich Schritt für Schritt zurück in die Partie zu kämpfen und den Rückstand zu verkürzen.
Am Ende steht ein Punkt, mit dem wir angesichts des Spielverlaufs durchaus zufrieden sein können, auch wenn rückblickend durchaus mehr möglich gewesen wäre. Nach unserer zwischenzeitlichen Führung und der starken Phase bis zur Halbzeit hatten wir die Möglichkeit, die Partie für uns zu entscheiden. Insbesondere die Schwächephase im zweiten Durchgang, in der wir sowohl offensiv als auch defensiv den Zugriff verloren, verhinderte letztlich einen möglichen Auftaktsieg. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis, dass ein Punkt in Saalfeld durchaus als ordentliches Resultat einzuschätzen ist. Vor allem die Art und Weise, wie man sich nach dem deutlichen Rückstand wieder zurück in die Begegnung gearbeitet hatte, spricht für die Moral und den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.
Mit dem Punktgewinn in Saalfeld startet man somit erfolgreich in die neue Saison. Die gezeigten guten Phasen machen Mut und geben gleichzeitig klare Ansatzpunkte für die weitere Entwicklung.